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Solaranlage - Ulla - 29.03.2025

Guten Morgen,
wir stehen vor dem Kauf eines Oasi 540.1 und die Frage ist, Solarpanele oder besser eine starke Wohnraumbatterie? 
Ein schönes Wochenende wünscht 
Ulla, die von einem Expeditionsmobil auf ein Kleines umsteigen will.


RE: Solaranlage - flybywire - 30.03.2025

Hallo Ulla,
Beides ;-)  Viel hilft viel , vermutlich können aber heutzutage Batterien eine Menge mehr leisten, um in der dunkleren Zeit die Standzeiten zu überbrücken, aber ich finds einfach klasse , wenn die ersten Sonnenstrahlen das Eis auf der Scheibe auftauen und auf dem Controlpanel Wirkung zeigen :-)
Gruß Gerhard


RE: Solaranlage - Ulla - 30.03.2025

Danke für die Antwort? Der Hintergrund für die Frage ist auch, was wiegt mehr, da wir nicht unbedingt auflasten wollen.


RE: Solaranlage - Jens - 30.03.2025

Hallo Ulla,

herzlich Willkommen im Forum der Wingamm-Freunde! Smile 

Ich habe einen 2019er OASI 540 und würde tendenziell eine starke Aufbaubatterie mit Ladebooster bevorzugen. Ist aber natürlich abhängig von Deinem Reiseverhalten (mehr Fahrten im Sommer, im Süden, freistehen oder auch Fahrten in Herbst, Winter, Frühling, Fahrten in den Norden, häufiges Stehen auf Camping- oder Stellplätzen mit Stromanschluss), Deinem Stromverbrauch und vielleicht auch, ob Du einen Kompressorkühlschrank hast oder einen Absorberkühlschrank, den Du bevorzugt mit Gas betreibst.

Mit einer großen Aufbaubatterie (und damit meine ich 460 - 540 Ah) und einem Ladebooster ohne Solarmodul seid Ihr mit einem Stromverbrauch eines durchschnittlichen Campers nach meiner Einschätzung schon ziemlich autark, wenn nicht gar überdimensioniert unterwegs. Und das auch in der dunklen Jahreszeit.

Ich habe eine 480 Ah Untersitzbatterie (Fahrersitz, der Beifahrersitz des OASI 540 wird durch den Elektroblock des Aufbaus eingeengt) und habe täglichh einen Stromverbrauch von ca. 100 Watt für rund 10 Stunden allein für meine IT (ich arbeite auch in dem Reisemobil). Damit komme ich zwei, drei Tage ohne Aufladung gut aus. Dann muss ich wieder rumfahren oder per Landstrom aufladen.

Jetzt zu Deinen Gewichtsfragen:

a.
Die 480 Ah LiFEPo4-Batterie wiegt ca. 42 kg. Der Ladebooster irgendwas zwischen einem und zwei kg. Bist Du, vorsichtig gerechnet, bei ca. 45 kg.

Von den Solarmodulen bekommst Du beim OASI 540 aufgrund der nur kleinen hinteren Dachfläche max. 360 Wp zu 3 Modulen à 120 Wp installiert. Ich weiß das deshalb, weil mir der Installateur, der mir auch die Aufbaubatterie und den Wechselrichter eingebaut hat, damals eine Abschätzung gegeben hat, was in einer weiteren Ausbaustufe möglich wäre.
Wiederum konservativ gerechnet wiegt ein solches Modul rund 10 kg, eher weniger. Bei drei Modulen hättest Du also 30 kg. Den MPPT-Regler und Kabel würde ich auch wieder mit ca. zwei kg einrechnen. Bist Du bei 32 kg.

Der Unterschied ist also nicht so groß. Und wenn Du nur eine Batterie mit 320 Ah nimmst, wiegt die nicht 42 kg sondern nur 29 kg (ich habe bei den Bulltron-Batterien geschaut).

Wenn Du außerdem berücksichtigst, dass Du ja ohnehin eine Aufbaubatterie (mind. 100 Ah) benötigst, ist das zusätzliche Gewicht einer größeren Aufbaubatterie auf jeden Fall geringer als das einer Konfiguration mit einer Solaranlage.

b.
Was aber konkret den OASI 540 angeht, kann ich Dich hinsichtlich des Themas "Auflasten" aber beruhigen:

Mein OASI wog nach Einbau der Elektrik (42 kg Aufbaubautterie, schwerer Wechselrichter mit Ringkern) voll beladen (voller Dieseltank, 100l Frischwasser, 1 kl. Klapp-Ebike im Seitenfach und Ausstattung für eine Woche) rund 3.200 kg. Rechne noch 150 kg für zwei Personen hinzu und Du bist bei 3.350 kg.
Was ich nicht habe, ist ein Fahrradheckträger und ein großes schweres E-Bike. Wenn Du aber den Träger mit 30 kg und auch die beiden E-Bikes mit jeweils 30 kg einrechnest, kommst Du auf 3.440 kg.
Da ist also immer noch Luft bis 3.500 kg, die Du für zusätzliche Solarmodule hättest.

Ich hoffe, diese Angaben unterstützen Dich ein wenig bei Deinen Konfigurationsüberlegungen.

Jetzt verrate uns dafür aber einmal, wieso Ihr von einem Expeditionsmobil auf ein Minimobil umsteigen wollt. Wink
Was fahrt Ihr denn aktuell und welche Ausstattung habt Ihr darin verbaut?

Herzliche Grüße
Jens


RE: Solaranlage - Ulla - 31.03.2025

Vielen Dank Jens für deine ausführliche Antwort. Wir haben bis vor kurzem ein Bimobil gefahren, da wir aber keine großen Reisen mehr vorhaben, wollten wir auf etwas Kleineres umsteigen und haben unser großes verkauft (schon bereut...). Wir haben uns natürlich schon Pössel u.ä. angesehen, aber Sardine muss nicht sein? Mit dem Bimobil waren wir stromtechnisch autark, da sich die Batterien während der Fahrt wieder so aufgeladen haben, dass wir mind. 6 Tage damit auskamen, was uns als Freistehen wichtig war, aber wir hatten auch genügend Zuladekapazität. Jetzt ist die Überlegung noch Dieselheizung ja oder nein. Wir hatten Alutankflaschen mit Außenanchluss, war eine super Sache. Gerne hätten wir ein dunkles Wingamm, was für Freisteher wichtig ist, denn die s.g. "weiße Ware" ruft ja schon von weitem 'hier bin ich'. Mal sehen was kommt.


RE: Solaranlage - Jens - 07.04.2025

Hallo Ulla,

oha, Umstieg von Bimobil auf einen OASI 540 ist natürlich eine richtige Umstellung. Dass Ihr Eurem Bimobil nachtrauert, kann ich gut verstehen.

Denkt beim OASI 540 daran, dass er ein Hubbett hat und dieses auf ca. 1,40 m Höhe herunterkommt. Ihr könnt deshalb entweder nur gemeinsam im Bett sein oder aber zu zweit in der Dinette sitzen.

Wenn Ihr schon etwas älter seid und Euch nun ein neues Reisemobil anschafft, zieht vielleicht auch in Erwägung, dass es auch mal beschwerlich werden könnte, den Höhenunterschied von 1,40 m ins Hubbett zu überwinden. Nicht jetzt. aber so ein Reisemobil kauft man sich ja eher für 10 oder 15 Jahre.

Wenn Ihr allenfalls den kleinen Fernseher den ganzen Tag anhabt aber sonst nichts, was groß Energie verbrauchen könnte, dürfe eine ausreichend dimensionierte Untersitzbatterie schon gute Dienste leisten. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine 500 oder 540 Ah-Batterie Euch bei Eurem Verbrauch auch über 6 Tage aushilft - ohne Solaranlage. Und wenn Ihr noch einen Ladebooster einbaut, lädt der ja während der Fahrt auch noch auf.

Zum Thema "dunkler Wingamm" werdet Ihr mit der originären Herstellerausstattung wahrscheinlich keine Freude haben, fürchte ich. Die "Black Edition"-Modelle von Wingamm haben zwar eine schöne dunkle Folierung (siehe mein Profilbild), diese ist aber nicht vollflächig. Das weiß dominiert immer noch sehr stark und fällt auch immer noch auf.

Viele Grüße
Jens